Liesegang-Preis


Raphael Eduard Liesegang (1.11.1869 - 13.11.1947) studierte in Freiburg Chemie, aber er beendete seine akademische Ausbildung nicht ordnungsgemäß. Obgleich er an der Universität nicht erfolgreich war, publizierte er bereits als Student zahlreiche wissenschaftliche Artikel, z.B. über lichtempfindliche organische Silbersalze. In dieser Zeit schrieb er auch ein Buch über grundlegende Probleme des elektrischen Fernsehens. Liesegang begann seine Karriere in der Firma seines Vaters, der verschiedene Artikel für fotografische Verfahren herstellte. Liesegang erfand neues lichtempfindliches Papier und fotografische Entwicklungsbäder. Im Jahr 1896 entdeckte er periodische Niederschläge in Gelen und er beobachtete dabei geordnete Strukturen, die später als „Liesegang-Ringe“ bezeichnet wurden (dissipative Strukturen). Nach dem Tod seines Vaters verkaufte er einen Teil seiner Fabrik, die später eine tragende Säule der Firma Agfa wurde. In den folgenden Jahren arbeitete Liesegang in verschiedenen akademischen Positionen, z.B. in einem Museum, einem Krankenhaus, einer Papierfabrik, und in Instituten der Biophysik und der Kolloidchemie. Die wissenschaftlichen Arbeiten von Liesegang sind weit gestreut und umfassen mehr als 500 wissenschaftliche Artikel, 13.000 Kurzmitteilungen und er gab mehr als 50 Bücher heraus. In Ergänzung zu diesen naturwissenschaftlichen Werken schrieb er auch 14 Dramen!

Die Kolloid-Gesellschaft kann für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der reinen oder angewandten Kolloidwissenschaft den Liesegang-Preis an Wissenschaftler mittleren Alters, von ca. 40 bis 55 Jahren verleihen. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Gedenkmünze.

Preisträger seit 1998

1998 Helmuth Möhwald, Berlin

1999 Heinz Rehage, Essen

2000 Imre Dékány, Szeged (HUN)

2001 Michal Borkovec, Genf (CHE)

2003 Walter Richtering, Aachen

2007 Monika Schönhoff, Münster

2009 Michael Gradzielski, Berlin

2011 Holger Schönherr, Siegen

2013 Werner Goedel, Chemnitz

2017 Regine von Klitzing, Darmstadt