Kolloid-Gesellschaft

Die Kolloid-Gesellschaft gehört zu den ältesten wissenschaftlichen Vereinigungen in Deutschland. 1922 in Leipzig gegründet, entwickelte sie sich zunächst als Teilzweig der Physikalischen Chemie, gewann aber durch ihren starken Bezug zur industriellen Produktion bald ein eigenständiges Profil. Mehrere hundert Wissenschaftler aus Physik, Chemie, Pharmazie und Lebensmittelverfahrenstechnik gehören der Gesellschaft heute an. Zur Pflege nationaler und internationaler Kontakte werden regelmäßig verschiedene Tagungen, Workshops und Symposien veranstaltet. All diese Aktivitäten sind besonders für Wissenschaftler interessant, die sich mit weicher Materie, Materialwissenschaften, Biophysik, Nanotechnologie, Tensiden, Polymeren, Umweltwissenschaften oder industriellen Formulierungen beschäftigen.

Die Hauptversammlung der Kolloid-Gesellschaft ist in zweijährigen Intervallen jeweils im Herbst an verschiedenen Tagungsorten geplant. Für diese Kongresse, die oft einen internationalen Charakter besitzen, werden spezielle Rahmenthemen festgelegt. Neben diesem Hauptthema finden aber immer auch Vorträge und Postersession zu den allgemeinen Themen der Kolloid- und Grenzflächenwissenschaften statt. Die Hauptversammlung bietet daher auch einen guten Überblick über die aktuellen Forschungsaktivitäten.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Veranstaltungen werden Ostwald-Kolloquien zu speziellen Schwerpunktthemen veranstaltet. Im Fokus des Interesses stehen z.B. Nanomaterialien, Schäume, Emulsionen, Mikroemulsionen, Suspensionen, Gele, Tenside, Polymere, Mikrokapseln, intelligente Materialien oder ultradünne Schichten (Filme). Ostwald-Kolloquien werden zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Tagungsorten organisiert; sie besitzen, je nach Themengebiet, nationalen oder internationalen Charakter.

Die Zsigmondy-Kolloquien (ehemals Nachwuchstage) der Kolloid-Gesellschaft wenden sich bevorzugt an jüngere Mitarbeiter, die sich im Rahmen ihrer Forschungsaktivitäten intensiv mit kolloidalen Systemen beschäftigen. Die speziellen Workshops sollen junge Wissenschaftler aus verschiedenen Richtungen der grundlagen- und anwendungsorientierten Kolloid- und Grenzflächenforschung zusammenführen und ihnen die Gelegenheit zu einem intensiven Informations- und Erfahrungsaustausch bieten. Im Rahmen des Zsigmondy-Kolloquiums besteht die Möglichkeit, eigene Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen oder Postern zu präsentieren. Den Fachleuten aus Industrie und Hochschulen soll durch diese Veranstaltung die Gelegenheit gegeben werden, auf talentierte, junge Wissenschaftler aufmerksam zu werden. Die angesprochene Thematik umfasst das gesamte Spektrum der modernen Kolloid- und Grenzflächenforschung. Zsigmondy-Kolloquien werden in jährlichen Intervallen jeweils im Frühjahr veranstaltet.